Dienstag, 27. September 2016

Aus meiner Nähwerkstatt 10


Letzte Woche, am Montag, habe ich es endlich geschafft, etwas zu verwirklichen, was mir teilweise schon lange im Kopf herumspukt:






















Es gibt nämlich immer noch Blogger - Freundinnen, die noch nicht mit einem Täschchen von mir bedacht worden sind!




















Dieses habe ich schon seit den Ostertagen auf meiner To - Do - Liste stehen, bin dann aber durch die Geschehnisse & Anforderungen meiner Familie überrollt worden.

Verwendet habe ich einen Möbelstrukturstoff ( und - nicht sichtbar - einen Magnoliendruck auf Leinen, beide von Stoff & Stil ) mit einem applizierten Druck von hier.






















Als ich den Birkendruck hier entdeckt habe, war mir sofort klar, für wen ich daraus etwas nähen wollte.

Das Schnittmuster für beide Täschchen ist wieder "Lieselotte Hoppenstedt" von Farbenmix. Entstanden sind wieder zwei grundverschiedene Modelle.

Jetzt hoffe ich, dass die Post ihren Teil der Arbeit gut macht.






Montag, 26. September 2016

Meine 38. Kalenderwoche 2016



















Hach, wie schön bei morgendlichen Lichtspielen bei herbstfrischen Temperaturen im Wintergarten zu sitzen und ausgiebig zu frühstücken! Rechtzeitig bevor am Mittwoch um 16.21 Uhr die Sonne den Äquator überquerte ( und mit dem Äquinoktium bei uns endlich der Herbst begann - ich halte mich nach wie vor DARAN ), fiel die letzte Sommerpost durch meinen Briefschlitz, laut vernehmbar, denn der Umschlag war prall gefüllt.

Am Freitagmorgen war die Sonne etwas unentschlossen...





















Macht nichts! Wir waren trotzdem relativ früh aus dem Haus, um sie zu treffen und gemeinsam eine ( tolle! ) Ausstellung im Käthe - Kollwitz - Museum anzuschauen und hinterher ein paar Stündchen unter Bettina Grubers schönen Kronleuchtern im "Lichtenberg" zu plauschen. Dass wir uns so schnell wieder gesehen haben - das hat mich so gefreut!

Am Samstagmorgen haben wir das herrliche Wetter und unser "Aktiv60Ticket" genutzt und sind mit dem Zug nach Linz am Rhein gereist. ( Der Bahnhof: ein echter "lost place", wie die meisten Bahnhöfe in westdeutschen Provinzstädten. ) Dort sind wir umgestiegen auf einen alten Schienenbus der 1950er Jahre, um mit ihm das Kasbachtal hinauf auf die Höhen des Westerwaldes zu fahren ( Höhenunterschied 300 m! ), immer schön durch einen richtig wilden Mischwald. Als Studentin bin ich im Sommer regelmäßig in den Seen der Basaltsteinbrüche dieser Höhen schwimmen gegangen.
























Da dem Herrn K. die Einkehrmöglichkeiten droben auf den Höhen des Westerwaldes nicht gefielen, sind wir umgehend mit der Bahn ins Rheintal zurückgekehrt und haben uns in Linz, der "bunten Stadt am Rhein", gestärkt und anschließend einen kleinen Stadtbummel unternommen: Hinter der grauen, verwitterten Tür hat einst Ludwig van Beethoven in jungen Jahren bei der Familie Wolters musiziert. Und hinter der anderen hat der russischen Schriftsteller Iwan Turgenew jene junge Frau kennen gelernt, die die Hauptrolle in seiner Novelle "Asja" spielt. Der Mittelrhein war in jenen Tagen der Rheinromantik eine attraktive Landschaft...






















Unser eigentliches Ziel war aber der große Strom, denn:

          "Eimol em Johr dann weed en Scheffstour gemaht,
          denn su en Faht, die hät keinen Baat.
          Eimol em Johr well mer der Drachenfels sin, 
          wo käme mer sons hin?"  *



Zuerst aber mal vorbei an den dunklen Basaltfelsen der "Erpeler Ley" und den Resten der Remagener Brücke aus diesem Material, kam der Drachenfels etwas später ins Blickfeld. Wir passierten lauter Orte & Gebäude, die uns an Feiern & Feste vergangener Tage, ans Zusammensein mit den Lieben einst erinnerten, wie dem Bahnhof Rolandseck, dem Bonner Ortsteil Mehlem, dem Rheinhotel Dreesen. Der goldene Schimmer der Erinnerung liegt für mich für immer über dieser Landschaft.



Kindheit, Jugend, Studium - insgesamt sechzehn Jahre habe ich in Bonn verbracht, einer Stadt, die ich in ihrer heutigen Gestalt aber eigentlich gar nicht mehr so recht wieder erkennen mag.






















Über 39 Jahre sind es nun für mich schon in der Domstadt...























Heimgekommen, nicht nur am vergangenen Samstag kurz vor sieben Uhr abends...
























Ja, nach so langer Zeit, nach so vielen prägenden Erlebnissen in dieser Stadt, meiner Familienzeit & meiner gesamten beruflichen "Karriere", in meinem schönen Zuhause, vor allem aber nach den inneren "Auseinandersetzungen" der letzten schweren drei Jahre kommen bei mir so etwas wie Heimatgefühle auf, empfinde ich mich von ganzem Herzen als Rheinländerin...

In diesem Sinne habe ich dann den warmen, meist sonnigen Herbstsonntag in meinem kleinen, umgrenzten "Veedel" verbracht:









Natürlich hat mich ( das unglaublich empörende ) Weltgeschehen dieser Woche auch bewegt. Doch ich muss diese Septemberwochen im Blog wie in realitas nutzen, um gemütsmäßig zu gesunden nach den persönlich schweren Tagen, Wochen, Monaten. Deshalb verzichte ich momentan auf Stellungnahmen meinerseits dazu, auch wenn es mich schon mal in den Fingern juckt.







Verlinkt mit miss red fox/nice little things around 38, Karminrot/ Samstagsplausch, der Raumfee/In heaven



* Aus dem kölschen Hit "Heidewitzka, Herr Kapitän" von Karl Berbuer 

Sonntag, 25. September 2016

Mein Freund, der Baum: Trompetenbaum


Auch in diesem September verbinde ich ( wie im Vorjahr ) mit dem heute vorgestellten Baum viele traurige Erinnerungen, finde dabei aber auch wieder so viel Trost in der Schönheit dieses Baumfreundes: 











Es handelt sich um einen Trompetenbaum / Catalpa bignonioides, an dem ich während der elf Wochen in diesem Sommer, teilweise mehrmals wöchentlich, vorbei gefahren bin, wenn ich meine inzwischen verstorbene Mutter im Heim besucht habe...

Immer habe ich mir vorgenommen anzuhalten, um den Baum zu fotografieren. Immer gab es einen gewichtigen Grund, das auf ein anderes Mal zu verschieben. Und dann war der Tag da, an dem ich keine Veranlassung mehr hatte, ins Heim - und am Baum vorbei -  zu fahren. Der Baumpost wäre also ohne Fotos geblieben, hätte mir nicht die liebe Sigrid von sigis-augenblicke ihre schönen Aufnahmen gemailt & zur Verfügung gestellt...























Der Trompetenbaum trägt auch so schöne Namen wie Südlicher Trompetenbaum, Beamtenbaum, Bohnenbaum oder Zigarrenbaum und war ursprünglich im Südosten der Vereinigten Staaten bis nach Florida beheimatet. Seit dem 18. Jahrhundert wird er in Europa in Gebieten mit gemäßigtem Klima kultiviert und begeistert einmal mit seinen attraktiven Blüten in Trompetenform, zum anderen mit seinen dekorativen länglichen Früchten, die den Baum den ganzen Winter über zieren, und seinen großen, fast herzförmigen Blättern. Aber auch mit seinem ausladenden, malerischen Wuchs im Alter -  er entwickelt dann manchmal schleppenartige Absenkeräste, die selbst Wurzeln treiben und neue Stämme ausbilden - bietet er eine imposante, majestätische Erscheinung. 

In seiner ursprünglichen Heimat ist er in Auen und an Flussufern verbreitet und bevorzugt einen mäßig trockenen, sehr nährstoffreichen, sandigen bis kiesigen, neutralen bis alkalischen Boden. Er verträgt Sonne & ist hitzebeständig, aber wenig frosthart. 15-18 Meter wird er hoch, und seine Krone ist breit gewölbt bis rundliche mit weit ausladenden Seitenästen auf einem meist kurzen & dicken Stamm.


Die Blätter treiben recht spät aus, sind 10 bis 20 cm lang - also recht groß -, kurz zugespitzt, oberseits frischgrün, auf der Unterseite hellgrün & leicht weiß behaart. Zerreibt man sie, riechen sie unangenehm. Im Herbst verfärben sie sich hellgelb & fallen früh ab.

Auffallend schön sind die Blüten des Baumes: 10-15 cm lange, reinweiße Glockenblüten, die locker und reich verzweigte Rispen bilden. Der Blütenschlund ist gezeichnet mit zarten purpurfarbenen Flecken und zwei gelben Längsstreifen. Blütezeit ist von Juni bis Juli.

Die Früchte sind sog. Kapselfrüchte, bis zu 40 cm lang und 5 bis 7 mm dick, bohnenförmig & dünnwandig und sehr zahlreich. Die enthaltenen Samen sind zweieinhalb Zentimeter lang.

Alle Pflanzenteile – außer den Samen – sind leicht giftig und enthalten als Haupt-Giftstoff Catalpin.

Da der Trompetenbaum schon so lange in Europa vertreten ist, hatte er genügend Zeit, um sich an die hier herrschenden Klimaverhältnisse anzupassen. Aus diesem Grund ist er meist auch winterfest. Vorsicht ist lediglich bei jungen Bäumen geboten, die bei starkem Frost eingehen können. Deshalb sollte man bei jenen, die noch keine vier Jahre alt sind, im Winter ein paar Schutzmaßnahmen ergreifen.

Im Prinzip sind Trompetenbäume sehr gut schnittverträglich: Jungbäume dürfen also beherzt zurückgeschnitten werden, um sie in die gewünschte Form zu bringen. Schon kurz nach dem Schnitt bilden sich  wieder neue Triebe aus. 

Für kleinere Gärten eignet sich die kugelförmig wachsende Sorte "Nana", die sich inzwischen bei uns einer großen Beliebtheit erfreut und häufig zu sehen ist.

Da alle Teile des Trompetenbaumes leicht giftig sind, enthält auch das Holz Verbindungen, die allergische Reaktionen bei Hautkontakt auslösen können. In erster Linie wird der Trompetenbaum als Ziergehölz eingesetzt, sein Holz ist aber auch sehr gut geeignet, um Schwellen und Pfosten herzustellen und findet in der Möbelindustrie Verwendung. Auch Schalen oder Skulpturen werden häufig aus seinem Holz angefertigt. Besonders schön ist dabei der auffällige Kontrast zwischen dem hellbraunen Kern und dem eher weißlichen Splint:

Source

Weitere Baumfreunde treffen sich heute wieder bei Ghislana/Jahreszeitenbriefe...

Und dir liebe Sigrid noch einmal meinen herzlichsten Dank dafür, dass du mir das Verfassen dieses Posts möglich gemacht hast!


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