Montag, 21. August 2017

Lieben Sie Lyrik III?


Ernst Blass


Vormittags
Den grünen Rasen sprengt ein guter Mann.
Der zeigt den Kindern seinen Regenbogen,
Der in dem Strahle auftaucht dann und wann.
Und die Elektrische ist fortgezogen

Und rollt ganz ferne. Und die Sonne knallt
Herunter auf den singenden Asphalt.
Du gehst im Schatten, ernsthaft, für und für.
Die Lindenbäume sind sehr gut zu dir.

Im Schatten setzt du dich auf eine Bank;
Die ist schon morsch; – auch du bist etwas krank –
Du tastest heiter, daß ihr nicht ein Bein birst.

Und fühlst auf deinem Herzen deine Uhr,
Und träumst von einer schimmernden Figur
Und dieses auch: daß du einst nicht mehr sein wirst.



Irgendwie passt dieses Gedicht zu meinem August in diesem Jahr. Und irgendwie war mir danach, das Augenmerk auf diesen vergessenen Berliner Dichter des literarischen Frühexpressionismus, jener antibürgerlich und antinationalistisch geprägten, sozialkritischen Richtung in der deutschen Literatur des späten Kaiserreichs und der Weimarer Republik, zu richten, zu deren Zentralfiguren er gerechnet wird.

Ernst Blass verlegte zu Beginn des Ersten Weltkrieges eine eigene, literarisch-philosophische Monatszeitschrift und veröffentlichte darin neben eigenen Gedichten Beiträge von Ernst Bloch, Leonard Nelson, Max Scheler, Gustav Radbruch, Walter Benjamin, Franz Werfel, Robert Musil, Rudolf Borchardt u. a. 



In der Weimarer Republik  war er als Theater- und Filmkritiker für verschiedene Berliner Zeitungen tätig und als Lektor im Paul-Cassirer-Verlag. Doch seine fortschreitenden Tuberkulose des Auges führte 1926 zur Erblindung. Völlig verarmt starb er 1939 in einem jüdischen Krankenhaus an den Folgen seiner lange unerkannt gebliebenen Lungentuberkulose. Keine deutsche Zeitung durfte seinen Tod melden. Und so blieb er auch in deutschen Exilantenkreisen unbeachtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden seine Dichtungen über das Leben in den großen Städten - ein Thema, das er wohl in die deutsche Lyrik eingeführt hat -  keine Beachtung mehr. Interessierte können in diesem Beitrag der "Zeit" von 1956 ein paar weitere Gedichte von Ernst Blass finden. Hier gibt es noch ein paar mehr zu lesen.


Sonntag, 20. August 2017

Meine 33. Kalenderwoche 2017


Mein letzter Reha - Sonntag wurde erheblich versüßt durch den Besuch meiner beiden geliebten Ms zusammen mit ihren Eltern & dem Herrn K.

Die Kleinste übt Treppensteigen wie ich. Und die schönen bergischen Doppelstiegen sind dafür bestens geeignet.

Zusammen waren wir im Städtchen Eis essen, denn es war wieder knallwarm geworden.


Nicht ganz so hoch wie der Ballon ( am Abend gegen sieben Uhr starteten wieder vier Stück von der Kurparkswiese ) flog die Enkelin mit der Seilbahn auf dem Spielplatz hin und her, aber mit einer ebensolchen Ausdauer. 

Schön war's! Ich hab die Mädchen nach dem Abschied gleich wieder vermisst...


Montagfrüh, sechs Uhr, wurde ich wach: Ein taffer Trainingstag stand bevor und die Abschiedsformalitäten gingen mir durch den Kopf...

Das Auge und die Nase erfreute ein üppiger Strauß mit Dahlien, Dill und Schleierkraut, den mir die Tochterfamilie mitgebracht hatte. Amüsiert beobachtete ich die Wolkenbildung überm Rheintal. Später wurden es immer mehr...

Auch am Dienstag war ich wieder eine "Lerche". - Hatte ich schon einmal geschrieben, wie köstlich es morgens duftete, wenn man auf den Balkon trat?

Sonst ein anstrengender Therapietag: Endlich durfte ich mein neues Gelenk voll belasten und musste den Kreuzgang einüben, außerdem wie ich mich für bestimmte Übungen auf den Boden lege und dabei die Gebote der Luxationsprophylaxe beachte, hatte Training im Wasser, am Motomed die Beinmuskulatur gekräftigt und Hüftgymnastik gemacht. Zwischendurch gab es noch das Abschlussgespräch mit dem Arzt zum Ergebnis meiner Rehamaßnahme und zu weiteren notwendigen Schritten.

Am Abend hörte der stetige leichte Regen endlich auf, und ich habe trotz Schwüle meine Runde im Park "gedreht" und dabei ausprobiert, wie ich mit dem neuen "Gang" klar komme, der mir noch mindestens zwei Wochen vorgeschrieben sein wird.

Den Park werde ich vermissen!


Das sind übrigens die Früchte der Kornelkirsche.

Ab meinem letzten Therapietag habe ich mich um die Mittagszeit noch einmal auf die Terrasse gesetzt und u.a. meinen "Hausbaum", einer Kaukasischen Flügelnuss, genossen. Am frühen Abend musste ich mein gut gefülltes Therapiebegleitheft abgeben - manche Krankenversicherer kontrollieren!
























Anschließend habe ich dann noch "meiner" Bank "tschüss" gesagt...

... und Donnerstagsfrüh um Viertel vor sieben diesem Blick.

Zuhause warteten Rosen von der Nachbarin und Post von lieben Bloggerfreundinnen auf mich:



Ghislana übermittelte mir ihre Wünsche zur weiteren Genesung, ebenso Andrea H., eine sehr aufmerksame, liebe Stille Leserin. Und von der Frau Mo kam nicht nur die Ansicht des Urisees, sondern auch ein feines Buch über die schönsten Gärten & Parks der Schweiz - dafür werde ich hoffentlich, wieder gut zu Fuß, in Zukunft Gelegenheit haben.

Und am Samstagnachmittag, nach einem Spaziergang durch die autofreie Siedlung, fand ich zu Hause einen wunderschönen Blumengruß meiner lieben Stillen Leserin ( und inzwischen guter Freundin ) Sunni vor. Sind die nicht beeindruckend, diese Rittersporne?
Das gilt nicht nur euch, deren Post & Blumen ich jetzt zu Hause erhalten habe, auch euch, die ihr mir so nett in die Reha - Klinik geschrieben, mich mit Karten, Lesezeichen & Büchern ( ganz besonderen Dank an dieser Stelle noch einmal an Karin Be für ihr Buch über Julie Gundert-Dubois! ) versorgt habt, an Maria, Hiltrud, Astrid für ihre Besuche & Marita ( deren Besuch zwar nicht mehr zustande kam, weil ich nach Hause konnte ), vor allem aber der "Astrids Hüft-OP - Whatsapp - Gruppe", die mich täglich mit aufmunterndem Zuspruch, aber darüber hinaus auch wunderschönen Einblicken in ihren Alltag in allen vier Himmelsrichtungen dieser Republik versorgt haben. Das war eine sehr wichtige Sache für mich, die mich wirklich bei der Stange hielt... Bloggen ist großartig, und das nur wegen euch!

Jetzt versuche ich, in meinem häuslichen Umfeld zurechtzukommen mit meinen Einschränkungen: Noch bis zum Ende des Monats muss ich mit beiden Krücken gehen, bis ich ein erneutes Rendezvous mit meinem Operateur habe. Schmerzmittel nehme ich seit sechs Tagen keine mehr, merke aber, dass bestimmte Muskelgruppen noch nicht so aktiviert sind, dass z.B. das Treppensteigen wie gewohnt klappt. Aber ab Dienstag habe ich wieder Krankengymnastik. Und mit dem Herrn K. habe ich eine Theraband - Gruppe gegründet, die täglich eine halbe Stunde trainiert - ich bleibe also am Ball.

Verlinkt mit Andreas Samstagsplausch

Samstag, 19. August 2017

In Heaven 71 - Bergischer Wolkenatlas III


Ein letztes Mal eine kleine Auswahl aus den vielen Himmelsbildern, die ich während meines Aufenthaltes in der Rehaklinik geschossen habe:























Stratocumulus ganz links, Cumulus fractus in der Mitte, Cirrostratus und Cirrocumulus







Hier haben mich mehr die Heißluftballons fasziniert als die Stratus - Fetzen im Hintergrund




"Föhnfischchen" ( Lenticularis ) und Kondensstreifen bei aufgehender Sonne

Diesen freien Blick auf den Himmel bis zum Horizont vermisse ich in Köln...


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