Dienstag, 27. Juni 2017

Memories


... are made of this:


Montag, 26. Juni 2017

Altbewährtes & Neuerprobtes


Vor drei Jahren habe ich hier einmal meine Lieblings - T - Shirt - Schnitte vorgestellt. Lange habe ich jedoch keine neuen V- Raglan- Shirts nach dem Schnittmuster von Ki-ba-do mehr genäht, obwohl sie mir schnell von der Hand gehen und sich zum Mustermixen toll eignen. Außerdem sahen sie immer so süß am damals noch wirklich kleinen M aus!


Vom "Sing along" - Jersey war noch reichlich übrig, nachdem ich diese Kombi für die kleine Schwester genäht hatte, und so habe ich mich ( wenig erfolgreich ) im Stoffabbau versucht,  auch was den Streifenjersey betrifft. Deshalb ist auch noch eine "Yara" in Caprilänge von der Maschine gehüpft.

Ab und an dann sticht mich der Hafer, und ich habe bei aller Treue Lust auf Neues. Andrea/ Frau März hat mich mit diesem Post überzeugt, den Schnitt "LeBretöngchen" von Pedilu zu probieren. Also habe ich mir mal wieder ein Ebook gekauft...

Das Shirt ist eigentlich als Langarmshirt konzipiert. Petra hat aber einen kostenlosen Download mit einem Kurzärmel und einem netten Kappärmelchen ins Netz gestellt. Das hat mich letztendlich gereizt, auch der U-Boot -Ausschnitt. Den habe ich aber beim Ausschneiden des Papierschnittes vergeigt. Und weil ich gestern Nachmittag einen schnellen Erfolg brauchte, habe ich dann improvisiert und den Ausschnitt mit einem Jerseystreifen eingefasst nach dieser Anleitung von Susanne Firmenich. Von Frau Hahaell ist auch der Jersey ( Kollektion "Amore", hier gekauft & selbst bezahlt ). Dann noch ein Glitzermotiv aufgebügelt - mein Noch-Kindergartenkind steht da noch drauf und die Kiste ist noch immer gut gefüllt.

Mein Fazit: Schöner Schnitt, für mich ausbaufähig, muss ich aber vorher noch mal angezogen am Kind sehen. Danke Andrea, für den Anstoß!



Sonntag, 25. Juni 2017

Mein Freund, der Baum: Araukarie


Meinen heutigen Baumfreund habe ich vor Jahrzehnten ins Herz geschlossen, nicht, weil mich die steife Gestalt des jungen Baumes, oft in die Vorgärten von neu erbauten "repräsentativen" Häusern gesetzt, begeistert hat, sondern weil ich so mochte, wie er in Mikis Theodorakis Oratorium "Canto General" nach Lyrik von Pablo Neruda besungen wird. Bei der Beschäftigung mit dem Eye - Poetry - Beitrag für den Monat Mai bin ich an diese Liedzeilen erinnert worden und die alte Begeisterung stellte sich bei mir wieder ein.

Als mir dann zufällig ein Exemplar vor die Fotolinse kam, stand fest, dass ich diese Baumsorte hier vorstellen werde...


Gemeint ist die Araukarie Araucaria araucana, auch Affenschwanz- oder Schlangenbaum, Schmuck-, Schuppen-, Chile- oder Andentanne genannt, ein immergrüner Baum, der ursprünglich auf der südlichen Erdhalbkugel heimisch ist. Sein Name ist von der südchilenischen Provinz Arauco abgleitet. In der Sprache der Mapuche, jenes indigenen Volkes, das diesen Teil Südamerikas bewohnt, heißt der Baum Pewen ( spanisch Pehuén ). Für die Mapuche ist er ein heiliger Baum, und in seinem Schatten wurden auch heilige Versammlungen abgehalten.

Botanisch gesehen gehört die Araukarie zur Familie der Araukariengewächse ( Araucariaceae ) in der Ordnung der Nadelhölzer ( Coniferales ), ist also verwandt mit unserer Tanne und Fichte.

Araukarien gehören zu den ältesten Pflanzenarten dieser Erde: Archäologen haben versteinerte Exemplare aus dem Jura-Zeitalter gefunden. Das älteste derzeit noch lebende Exemplar dieses Baumes soll bereits tausend Jahre alt sein. Nur durch Kultivierung wurde verhindert, dass die Araukarie ausgestorben ist, wie es mit ihren Verwandten auf der Nordhalbkugel passiert ist.

Bei der Araukarie handelt es sich um einen immergrünen Baum, der in seiner Heimat in Höhenlagen bis zu 1700 Metern ü. d. M. vorkommt ( bei uns kann er nur in milden Regionen den Winter gut überstehen ). Dort werden die Bäume auch bis zu 50 Meter hoch und erreichen einen Stammdurchmesser von bis zu zwei Metern. 

Bei uns hingegen wächst die Araukarie im Jahr nur um 10-30 cm und erreicht nur eine Höhe von 15 Metern. Darin - und in der Tatsache, dass die meisten Araukarien bei uns noch ein recht "junges Gemüse" sind - liegt begründet, dass wir den Baum nur in dieser steifen, künstlichen Form, die eher an ein Plastikgewächs denken lässt, kennen. In ihrer Heimat erinnert die Baumgestalt an eine Pinie mit ihrer großen Schirmkrone. Es ist nämlich so, dass die Araukarie mit hundert Jahren ihre unteren Äste abwirft und eine schirmartige Krone übrig bleibt, die sich immer dichter verzweigt. 

Die Äste stehen in regelmäßigen Etagen, in Quirlen von 5-7 Zweigen und fast waagerecht ab. Sie sind sehr biegsam und schlangenförmig gewunden. Der Stamm ist stets gerade und zylindrisch.

Die Äste erinnern an lange Bürsten mit kleinen grünen "Stacheln". An den noch jungen Bäumen sind diese Blätter nadelförmig und spiralig angeordnet. Bei ausgewachsenen Bäumen hingegen sind diese meistens schuppenförmig, in einen spitzen Dorn auslaufend, aber auch spiralig oder in zwei Schichten, die sich überlappen, strukturiert.  Diese Blätter überdauern 5 - 10 Jahre.

Der Stamm der Araukarie besteht zu einem Viertel nur aus Rinde. Diese dunkelgraue Rinde kann bis zu 14 Zentimeter dick werden und wirkt wie ein Schutzpanzer, denn in Chile wachsen die Bäume in unmittelbarer Nähe zu aktiven Vulkanen. Ihre Rinde schützt sie also bei Vulkanausbrüchen vor Feuer und herabregnender heißer Asche, macht den Baum quasi feuerfest. 

Als Nutzholz wurden meist etwa 500 Jahre alte Bäume zum Hausbau, zum Bau von Booten und auch von Brücken verwendet. Heute ist der Handel mit Araukarienholz weltweit verboten und es gilt - zumindest offiziell - ein striktes Nutzungsverbot. 


Von der Nutzung ausgenommen sind die Früchte ( Piñones ), die aus den 15 bis 20 cm großen rundlichen Zapfen ausfallen. Diese Samen sind fett- und eiweißreich und waren über die Wintermonate oft die einzige Nahrungsquelle für die Mapuche. 

Araukarien sind zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Bäume, die man nur an den Blüten im Frühsommer unterscheiden kann. Die männlichen, meist hellbraunen Blüten stehen endständig in kätzchenartigen Büscheln, die großen weiblichen Blütenstände stehen aufrecht auf stärkeren Ästen der Baumspitze und sind zunächst grün, später braun ( hier sind Abbildungen zu finden ). 

Nach 2-3 Jahren sind die Samen reif und fallen ab. Bei uns kommt es eher selten zur Befruchtung und Ausreifung der Samen.

Im Jahr 1795 wurde die Araukarie vom Biologen und Mediziner A. Menzies in Europa bekannt gemacht: Als Schiffsarzt der Vancouver-Expedition gelang ihm auf dem Schiff die Anzucht aus Samen, welche die Expeditionsteilnehmer von südamerikanischen Indianern als Nahrung mitbekommen hatten. Etwa 50 Jahre später gelangten die ersten Züchtungsversuche aus Samen im Kew Garden in London, wo der Baum die durch den Golfstrom beeinflussten mäßig harten Winter Englands gut überlebte.

Besonders auf den britischen Inseln, aber inzwischen auch in milden Gegenden Europas ist die Araukarie als Park- und Zierbaum beliebt. Mano hat in ihrem Blog Exemplare aus einem der Herrenhauser Gärten in Hannover gezeigt.

Verwandt mit diesem heutigen Baumfreund ist übrigens die Zimmertanne Araucaria heterophylla (Salisb.) Franco, auch Norfolk-Tanne genannt, die auf der Insel im Pazifischen Ozean, die zu Australien gehört, heimisch ist. 

Was andere Bloggerinnen über andere Bäume geschrieben haben, sammelt heute wieder Ghislana von den Jahreszeitenbriefen.


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