Montag, 19. Februar 2018

Ein Dankeschön


Was habe ich mir ( und meine KollegInnen ) als Lehrerin in NRW in meinen letzten zwanzig Berufsjahren anhören müssen, wie viel effektiver und besser der Unterricht und die Schulen in Bayern sind und wir uns daran ein Beispiel nehmen sollten ( gleichzeitig habe ich immer mal wieder so ein armes Würstchen aufpäppeln dürfen in puncto Selbstwertgefühl und Zutrauen in das eigene Können, das durch Wegzug aus dem Freistaat zufällig in meine Klasse gepurzelt kam )...

Seit September letzten Jahres darf ich nun am eigenen Enkelkind verfolgen, wie gut das System dort funktioniert: Immerhin so, dass einem motivierten, fähigen Kind schon nach einem halben Jahr die Schule reichlich verleidet ist.

Wie das kommt: Die Klassenlehrerin musste sich einer für sie notwendigen OP unterziehen. Dafür habe ich unbedingt Verständnis. Dass zwangsläufig die Folge  ein Vertretungsunterricht ist, weiß ich auch ( allerdings auch, dass die Eltern darüber informiert werden, wenn schon nicht von der Schulleiterin, dann wenigstens von der Kollegin der Parallelklasse - so war das zumindest bei uns üblich ). Aber dass, als diese Kolleginnen krankheitsbedingt auch noch ausfallen, die Kinder ständig aufgeteilt oder immer wieder Filme mit Shaun, dem Schaf, ansehen dürfen statt weiterzulernen, Schule den Kindern keine Freude mehr macht, kann ich auch nachvollziehen ( und finde ich unverzeihlich, da nachhaltig wirksam ).



Da ist es schön, dass es wenigstens in der Übermittagsbetreuung jemanden gibt, der zwar viel schlechter als Lehrerinnen bezahlt wird, aber trotzdem mit viel Zuneigung und Zuverlässigkeit mit den Kindern umgeht und sozusagen einen Ankerpunkt bietet für ein frustriertes kleines Schulmädchen und damit Schlimmeres verhindert. Solch eine Person hat einfach eine Anerkennung, ein Dankeschön verdient:







Schnittmuster: Onion 5032 ( Shirt ), Stickbär Kosmetiktaschen ITH ( Täschchen )

Jersey: von der Beschenkten im Kaufhaus selbst besorgt



Das Shirt plus Täschchen hat sich im Paket mit den hinterlassenen Karnevalskamelle u.a. auf den Weg gemacht. Muss ich betonen, dass ich es mit besonderer Freude und Dankbarkeit genäht habe?




Sonntag, 18. Februar 2018

Meine 7. Kalenderwoche 2018


In diesem Jahr war der Karneval, vor allem der Sonntag, für mich ein schönes familiäres Ereignis. So stand ich, von lauter mir lieben Menschen umgeben, am Rand der Kölner Schull- un Veedelszöch.

Den ( bei mir eigentlich recht unkarnevalistischen ) Rosenmontag habe ich schon bei "12 von 12" verbloggt. Bleibt noch der Karnevalsdienstag:

Nach der in diesem Winter kältesten Nacht bei uns mit minus 3°C aktivierte am Morgen gleißendes Sonnenlicht in unseren Räumen jung & alt.

Da habe ich auch gleich mal die Magnolienknospen kritisch beäugt ( könnte ja sein ... ):

Auf den Veedelszoch bei uns hatten wir dann keine Lust mehr, trotz schönem Wetter. ( Das Kleinchen trägt auf dem Foto das hier gezeigte Raglinchen .)



Stattdessen habe ich mit Hilfe des Herrn K. den ganzen Perücken- & Kostümfundus in den Karnevalsschrank geräumt, die schwere, große Lappenkiste ebenfalls, und anschließend noch das Chaos auf meinem Tisch im " Kunst - Camp " ( O - Ton Mademoiselle M. aus M. ) sortiert und die Schnipsel auf dem Boden aufgesaugt.

Da konnte ich dann am Aschermittwoch mit der Enkelin Collagen machen ( meinen Beitrag zu " Eye Poetry " z.B. ):



Nachmittags waren wir im Kino - das erste Mal miteinander. Was wir gesehen haben?


Na, ist doch klar nach diesem Kostümwunsch ! Für mich war der Schluss des Filmes, abweichend vom Buch, welches ich mit den Kindern in der Schule oft gelesen hatte, überraschend. Für die Enkelin war er so genau das Richtige.



Auf dem Heimweg war es sehr frisch, auch sonnig mit 5 ° C ( aber dafür mit eisigem Wind). Und um sechs Uhr ist es jetzt doch tatsächlich noch hell! Vor dem Schlafgehen wurden der Oma noch einmal fünf Seiten vorgelesen:



Und dann hieß es am Donnerstagmittag auch schon wieder Abschied nehmen  ( ich glaube, wir hassen das alle ) ...

Getröstet hat mich, als ich danach das erfahren und gesehen habe:


Die Erinnerung hat mich zurück gebeamt ins Jahr 1964, als ich untröstlich war, weil "mein Paar" die Goldmedaille verpasst hatte. Selbst die damals überall angefeuerten Hassgefühle auf die erstplatzierten Russen kann ich noch in der Erinnerung spüren.

Inzwischen ist der Paarlauf auf dem Eis ein einziges Fest der Integration & Völkerverständigung geworden mit lauter Paaren unterschiedlichster Herkunft. Auch dieses Paar ist eine "multinationale Kombo", sie ursprünglich aus der Ukraine, er aus der Normandie und als Dritter im Bunde der Trainer, mit viel Disziplin als Eisläufer in der DDR sozialisiert, inzwischen auf vielen Gebieten kreativ, aufgeschlossen und basisdemokratisch gesinnt. Das, was sie gemeinsam erreicht haben, hat mich sehr berührt und mir wieder einmal gezeigt, wie das Zusammenwirken unterschiedlichster Fähigkeiten über nationale Grenzen hinaus "280 Sekunden für die Ewigkeit" ( OVB online ) schaffen kann.

Da ist mir das nationalistische Getöse am Aschermittwoch doppelt übel aufgestoßen... 

Und hinterher will es nach bekanntem Muster wieder keiner gewesen sein bzw. diejenigen, die solche menschenverachtenden Verlautbarungen archivieren, werden mit allen Mitteln, die der Rechtstaat bietet, angegangen. 


Verlinkt mit Andreas Samstagsplausch und der Raumfee

Samstag, 17. Februar 2018

Eye Poetry { 12/18 }



Das Lerchenlied

Der Tag bringt seine Sorgen,
mich lässt es unbeschwert,
das macht, ich hab am Morgen
die Lerchen singen gehört.

Nun geh ich durch die Menge,
geh ruhig und mit Lust,
weiß keiner, was für Klänge
ich trag in meiner Brust.

Es klang so süß und labend,
rief Mut und Hoffen wach.
Den Tag lang bis zum Abend
klingt's mir im Herzen nach.

Johannes Trojan



Das Gedicht, welches Andrea für die erste "Eye Poetry" - Challenge des neuen Jahres ausgesucht hatte, wäre geeignet für die Reminiszenz - Therapie. Zumindest bei mir hat es Erinnerungen geweckt an jene Zeiten, als die Liedstrophe "Ich bin das ganze Jahr vergnügt, im Frühling wird das Feld gepflügt. Dann steigt die Lerche hoch empor und singt ihr frohes Lied mir vor, und singt ihr frohes Lied mir vor" noch mit dem von mir Erlebten übereinstimmte. Dieses pausenlose Zwitschern hoch über mir in der Luft gehörte für mich einfach dazu, wenn es einen raus auf die Felder zog vor lauter Sehnsucht nach Erneuerung, nach Frühling. Denn der Gesang des Lerchenmännchens erfüllte die Luft, nachdem die Vögel, zurück aus ihren Winterquartieren, die weiten Ackerflächen besiedelten.

Vor fünf Jahren ging ich noch einmal aus in meiner alten Heimat und suchte diese Frühjahrsfreude. Ich wurde herb enttäuscht und habe dann im Blog darüber geschrieben.
Statt mich so froh zu machen wie den Urheber des Gedichtes, hat mich Andreas Wahl also eher traurig gemacht, traurig, dass dieser Lerchengesang uns verloren zu gehen droht. Über die Ursachen habe ich schon damals, im Frühling des Jahres 2013, geschrieben, mag mich da gar nicht wiederholen, den "Mut und Hoffen" ist mir inzwischen vergangen, denn allein zwischen 1990 und 2013 sind bundesweit 35 Prozent aller Feldlerchen verschwunden und seit 2016 steht die Feldlerche Alauda arvensis auf der Roten Liste in Deutschland, als gefährdet eingestuft.



Meine Collage ist von daher eine sehr wehmütige Erinnerung...


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