Donnerstag, 14. Juli 2016

Great Women # 67: Sasha Morgenthaler



Das ist die Christine, eine der beiden Sasha - Puppen aus der Sammlung meiner Tochter, eines von vielen Puppenbabies aus aller Welt, aber auch das Baby, das mich bis heute besonders anspricht & berührt. Und so habe ich mich auf die Spuren dieser Puppenmacherin gemacht ( und weiß jetzt, dass ich sogar etliche Zeit ganz in der Nähe ihres Hauses verbracht habe ). Und was ich erfahren habe, hat mich noch mehr für sie eingenommen ( ja geradezu begeistert ): Sasha Morgenthaler.

Sasha Morgenthaler kommt als Maria Magdalena Alexandra von Sinner am 30. November 1893 in Bern zur Welt. Ihr Vater, Eduard von Sinner, stammt aus einem Berner Patriziergeschlecht. Ihre Mutter Marie Borchardt ist eine deutsche Jüdin aus Berlin, die zweite Ehefrau des um 33 Jahre älteren Mannes. Beide verbindet eine große Liebe, wie die Tochter später anhand der nachgelassenen Briefe herausfinden wird.

Sasha ist das vierte & jüngste Kind des Paares. Bereits sechs Monate nach ihrer Geburt stirbt der Vater. 

Zunächst verbringt sie ihre ersten sieben Lebensjahre noch im „Schlössli“ ( Schloss Märchligen in Bern ), einer klassizistischen Villa mit großem Garten in einem ruhigen & eleganten Stadtteil. Sie ist ein stilles, kreatives Kind, das schnell laufen, aber spät sprechen lernt, und am liebsten mit ihren Puppen, Stofftieren und ihrem Yorkshire Terrier spielt. 

Sasha rechts
mit Bruder Kurt & Schwester Lily
"Ich hatte immer ein besonderes Verhältnis zu Tieren. Und dank meiner starken Fantasie war ich in der Lage, den unbelebten Objekten in meiner Umgebung Leben einzuhauchen. Und bald war ich auch in der Lage meine Fantasie durch vielfältige Figuren & Formen in Zeichnungen & Skizzen auszudrücken", wird sie im Alter erzählen.

Später zieht die verwitwete Mutter, eine unkonventionelle, gebildete Frau mit ihren Kindern in ein kleineres Haus und unterhält dort einen regen Kontakt mit Musikern, Wissenschaftlern, Sozialtheoretikern, Schriftstellern & Künstlern.
Das kleine Mädchen verliert dadurch seinen "l'ange gardien", der ihm bis dahin nachts blau zwischen den Fenstern erschien...

Paul Klee gehört zu den Freunden der Mutter. Doch kommt er mit seiner Frau in den Sinnerschen Haushalt nicht als Maler, sondern um Kammermusik zu spielen. Dort entdeckt er die Zeichenkünste der Neunjährigen und beginnt, sie zu weiteren Werken zu ermutigen. Auch versucht er die Aufmerksamkeit der Mutter auf die Begabung ihres Kindes zu lenken. Aber diese ist mehr an Musik und Literatur denn an Bildender Kunst interessiert. 

Doch das Kind freut sich über das Lob des Malers. Es ist auch fasziniert von den Puppen, die Klee für seinen Sohn Felix aus Stoffabfällen, Pinseln und Krimskram anfertigt. 

Obwohl es im Hause von Sinner lebhaft zugeht, fühlt sich Sasha oft alleine. Die Mutter hat 1904 im Alter von 37 Jahren ein Medizinstudium an der Berner Universität begonnen ( und wird zu den ersten Doktorandinnen dort gehören ) und hält viel von einer guten Bildung der Mädchen. Deshalb bestellt sie Privatlehrer, um Sasha auf den Eintritt in die Universität vorzubereiten. Doch die ist im gleichen Maße desinteressiert an akademischer Bildung wie die Mutter an Bildender Kunst...

Um sich dem Druck zu entziehen - sie ist das einzige Mädchen in ihrer Klasse am Literaturgymnasium in Bern - , schützt sie oft Krankheit vor und entwickelt eine große Fähigkeit, Fieber zu bekommen. Dann lässt man sie in Ruhe & Frieden und sie nutzt die Bettruhe, um zu lesen, Holzschnitte anzufertigen, zu malen & zu zeichnen. Für sie ist es klar, dass sie Malerin oder Bildhauerin wird. Und die Aufmerksamkeit Paul Klees bestärkt sie in dieser Hoffnung auf ein zukünftiges Künstlerdasein.

Ernst Morgenthaler, Selbstporträt (1925)
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Klee - 14 Jahre älter als Sasha und 12 Jahre jünger als die Mutter - erweist sich als das richtige Medium zwischen den beiden Kontrahentinnen: Sasha darf mit sechzehn endlich die Kunstakademie in Genf besuchen. Sofort ist das junge Mädchen für immer gesund!

Fünf Jahre studiert sie in Genf, und Paul Klee, ihr entschiedener Befürworter & Ratgeber, vermittelt ihr einen Studienaufenthalt beim Maler Cuno Amiet im dörflichen Oschwand ( Oberaargau ). Amiets Stil kommt den Vorlieben der jungen Frau entgegen. Dort trifft sie auf Ernst Morgenthaler, einen Anhänger der figürlichen Malerei, die sie bewundert.

Anschließend geht sie mit Unterstützung Klees nach München, wo sie an der Holoshi-Schule Bildhauerei studiert und auch Anatomievorlesungen besucht. In München kommt sie in Kontakt mit der dort vor dem 1. Weltkrieg äußerst avantgardistischen Künstlerszene, lernt die Maler des "Blauen Reiter" kennen. Auch wenn Sasha wenig angezogen wird vom vorherrschenden Hang zur Abstraktion, fühlt sie sich wohl im Kreis Paul Klees, zu dem auch bald Ernst Morgenthaler stößt. Sie wird die "rechte Hand" Klees, schreibt sein Werkverzeichnis und näht die Kleider für seine ersten Handpuppen.

1916 heiratet sie Ernst und kehrt mit ihm in die Schweiz, zuerst nach Genf, zurück. Nach ihrer Eheschließung malt sie nicht weiter, da sie vor ihren eigenen Ansprüchen nicht besteht und der Ansicht ist, es könne nur einen Maler in der Familie geben, und verlegt sich auf kunstgewerbliche Tätigkeiten. Sie entwickelt darin eine wahre Meisterschaft und nutzt ihr ganzes künstlerisches Talent. 

1918 bringt sie Sohn Niklaus zur Welt, 1919 Fritz und 1924 Barbara. Da ist die Familie schon längst nach Zürich gezogen, und Sasha drückt jedem neuen Zuhause ihren ästhetischen Stempel auf.

Für Barbara stellt sie ihre ersten Puppen und Tiere her, alle mit eher ausdruckslosem Gesicht, eingedenk der Tatsache, dass sie ihre eigene ewig lächelnde Puppe als Kind als zu süßlich empfand. Die Tochter erinnert sich später, dass all diese Spielzeuge am heimischen Esstisch entstanden und zu den Mahlzeiten alles weggeräumt werden musste, denn - da schlägt ganz das Erbe der Berner Patriziertochter durch - strenge Tischsitten erfordern perfekte Gedecke, Tischtuch & "Blümchen" eingeschlossen ( und strikte Verhaltensregeln übrigens auch ).



Karl Geiser
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Sashas klassisches Rollenverständnis bezüglich ihrer Ehe hindert sie offensichtlich aber nicht daran, auch eigene Wege zu gehen, wofür allein die leidenschaftliche Beziehung zum Bildhauer Karl Geiser spricht, mit dem sie seit 1923 eine "amour fou", so ihr Enkel Jan, verbindet. Geiser, der autodidaktisch zur Bildhauerei gefunden hat, lässt sich 1922 in Zürich nieder, wo er Ernst und Sasha Morgenthaler kennenlernt, die ihm den Zugang zur Zürcher Gesellschaft eröffnen. Er bezieht ein Atelier in der Nähe seiner Muse, mit der ihn eine lebenslange, vertrauensvolle, aber auch konfliktreiche Beziehung verbindet, und die ihm Geliebte, Freundin & Beraterin, Mutter zugleich ist, während er auch Affären mit jungen Männern hat ( später wird er sich Sashas Sohn Fritz verlieben und diesem einen Freiraum von der Familie bieten ).

Sasha in den Zwanziger Jahren, gemalt von Ihrem Mann Ernst, als Skulptur ihres Freundes Karl Geiser

"Die Zuneigung zu zwei hochbegabten Männern - dem komplizierten Ernst Morgenthaler und dem bisexuellen Karl Geiser - brachte Probleme bis zur Zerreißprobe. Die einsamen Entscheide mit Liebe, harten Diskussionen und letzlich mit der überdauernden Beziehung zu Ernst Morgenthaler gehören wohl zur schwierigsten Phase in Sashas bewegten Schicksal. Wahrhaftig und stark, wie sie war, gewann sie daraus Werk- und Lebensstoff für alle drei", schreibt Annemarie Monteil ( Quelle hier )

Sie steht Geiser auch Modell für die "Mädchengruppe" und "Frau mit Mieder" ( siehe oben ). In dieser auch künstlerischen Beziehung vertieft Sasha aber auch ihr eigenes plastisches Wissen über Körperproportionen & Stilisierungen, was wesentlich zur späteren Entwicklung der Sasha-Puppen beitragen wird.

1929 zieht die Familie Morgenthaler nach Meudon bei Paris, wo Ernst weitere Anregungen für seine Malerei erhält ( ebenso auf einer gemeinsamen Reise 1928 nach Marokko ). Eine Vielzahl von Ausstellungen führt zu einem größeren Bekanntheitsgrad des Malers, und die Familie kann 1932 in ein eigens für sie gebautes Atelierhaus in Zürich - Höngg ziehen. Sashas Einfluss ist bei der Architektur gut zu erkennen, denn dieses Haus ist gestaltet nach ihrer Überzeugung, dass es "das Spiel der Asymmetrie in den Proportionen (sei), das den lebendigen Ausdruck vermittelt".

Mannequins
Source links/ Source rechts
Ein weiterer Wesenszug an ihr ist eine besondere Art von Mütterlichkeit, die sich auch im respektvollen Umgang mit den Eigenheiten ihrer drei Kinder zeigt ( nach dem Krieg wird sie auch ihren Enkel Jan bei sich aufziehen, als seine Mutter Barbara als Flüchtlingsbetreuerin für das Rote Kreuz nach Marokko geht ). So überrascht es nicht, dass sie 1934 am Basler Spital ausgerechnet eine Ausbildung zur Hebamme beginnt. Anlass ist ihr Wunsch nach Selbständigkeit.

Schaufensterpuppen
für ein Zürcher Modehaus
Im Anschluss daran nimmt sie die Produktion von Mannequins aus Gips auf, z.B. für den Haute-Couture- Pavillon auf der Schweizerischen Landesausstellung. Gegen Ende der 30er Jahre arbeitet sie an Figurinen für Zürcher Modehäuser, die Basler Mustermesse und die völkerkundliche Sammlung der Zürcher Hochschule. Künstlerische Ratschläge & Unterstützung erfährt sie dabei sowohl von Karl Geiser wie von ihrem Mann, die rege in ihrem Atelier ein und aus gehen. "Es gab heftige Diskussionen. Zum Schluss wurde manchmal gelacht bei einem Glas Wein. Oft blieben finstere Mienen, und die Luft im Haus war dick", erinnert sich Tochter Barbara.

Die politischen Veränderungen im Nazideutschland veranlassen Sasha, sich um ihre jüdischen Berliner Verwandten zu kümmern. Es gelingt ihr, den Bruder ihrer Mutter und seine Frau zur Flucht zu überreden, bevor deren Gut geplündert & gebrandschatzt wurde. Als immer mehr Flüchtlinge in die Schweiz strömen, organisiert sie einen "Hülfstrupp" und lässt bei der Aufteilung & Betreuung dieser armen Menschen den gesunden Menschenverstand walten, statt bürokratischen Vorschriften nachzugeben. Auch nimmt sie über ihren Mann zwei junge Flüchtlinge zu Weihnachten bei sich zu Hause  auf, die dann bis zum Ende des Krieges bei ihr wohnen bleiben.

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Diese ehrenamtliche Tätigkeit hindert sie jedoch nicht daran, ihre Puppen zu gestalten. 1941 gewinnt sie sogar den ersten Preis beim Spielzeugwettbewerb der Eidgenossenschaft. Eine größere Werkstatt wird gebaut, und sie kann bald einen Hilfstrupp von Näherinnen, Schneiderinnen & Perückenmacherinnen um sich versammeln, die in Heimarbeit jährlich 200 Puppen herstellen - damit ist Sasha der Sprung von der gelegentlichen Spielzeugmacherin für ihre Kinder zur professionellen Puppenherstellerin geglückt.

Sie entwickelt für die Köpfe der Puppen vier Formen ( plus einen Bébé - Kopf ), denen allen gemeinsam die weit auseinander stehenden Augen sind. Die Unterschiede in Mund, Nase und Wangen sind fein, aber erkennbar. Erstaunlicherweise hat jede Puppe aber ihren völlig individuellen Ausdruck, denn den schafft Sasha beim Bemalen der Gesichter.



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Bei den Puppenkörpern - anfangs aus mit Holzwolle gestopften Trikotteilen, später aus verstärktem Gips oder Kunststoffmaterial - berücksichtigt sie die Asymmetrie des menschlichen Körpers. Der Bauch des Enkels Jan wird zum Bauch aller Puppen, denn der sitzt "seinem Grosi" Modell. Als Belohnung gibt es einen "Fünfliber" ( Fünf-Franken-Stück ). "Die Puppenkleider schneiderte sie aus Stoffen von der Brocki. In der Fantasie hat sie sich ihre Wirklichkeit erschaffen, an der ich teilnehmen durfte. Aus dem ‹Nüt›, aus dem Nichts und aus dem Wenig zauberte sie immer wieder etwas Einzigartiges", weiß er anlässlich einer Ausstellung in Thun zu berichten.

Jede Puppenkleidung ist ein Unikat ( und Sasha Morgenthaler studiert dafür auch eifrig Zeitschriften und Schaufenster und holt sich modische Ratschläge von ihren Kindern ), dabei ist ihre Farbwahl durchaus künstlerisch und sie duldet keinen Missklang. Erst wenn die Puppe bekleidet & frisiert ist, beginnt sie mit der Gesichtsbemalung.

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1950, nach Reisen nach Algerien & Tunesien, beginnt sie "Kinder aus aller Welt" zu gestalten. Die "entsprachen Sasha Morgenthalers Humanität und ihrem Hass gegen jedweden Rassismus", schreibt Annemarie Monteil.

Auf späteren Reisen  - 1958 z. B. nach Siam, Honkong, Australien ( wo Tochter und Enkel inzwischen leben ), Japan & USA - begeistert sie sich für fremde Welten, Gesichter, Lebensformen und hält alles mit Block & Stift fest. Kleine Chinesen, ein Zigeunermädchen oder ein Dogon-Knabe mit folkloristischen Kostümen, Peruaner-, Eskimo- und Japaner-Kinder gehören nun zu ihrem Repertoire.

Ende der 60er Jahre
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"Was Sasha störte: Ihre Puppen waren relativ teuer, auch wenn das Team im Atelier in Höngg noch so gut eingespielt war. Perfektion braucht Arbeitsstunden, bis zu sechzig für eine Puppe", so Annemarie Monteil.

So unternimmt sie nach dem Tod ihres Mannes 1962 Versuche auf, eine preiswerte Puppe serienmäßig herzustellen.

Das Anliegen, "ihre Kinder" breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen, erreicht sie 1965 mit Hilfe des Migros-Genossenschaftsbundes, der ihr den Kontakt zur deutschen Puppenfabrik Götz in Rödental vermittelt. Die im oberfränkischen Landkreis Coburg fabrizierten Sasha-Puppen werden im Herbst 1965 just zum vierzigjährigen Bestehen der Migros auf die Welt gebracht. Der Sasha-Boom lässt nicht lange auf sich warten: Allein in der Schweiz werden in den ersten drei Verkaufsmonaten 25 000 Pupen verkauft.

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Zwischen 1966 und 1986 kommt eine zweite Erfolgswelle in Gang, als das britische Unternehmen Frido/Trendon in Stockport Spielwarengeschäfte in Europa und Amerika mit einer Variante von Sasha-Puppen beliefert ( von der unsere Puppen stammen ).

"Die kindlich - schönen Sasha - Puppen zeichnen sich aus durch ihre rätselhaften, abgeklärten Gesichtszüge, ihren Hauch von Vergänglichkeit, aber auch durch ihren feinen Humor und die liebevolle und lebendige Gestaltung von Gliedmassen und Kleidung... Ihr starkes soziales Engagement zeigen: Flüchtlingskinder, Waisenkinder, weisse Kinder, schwarze Kinder, schwarzlockige und blonde Mädchen und Buben, die teils zerschlissene Jeans, teil spitzenbesetzte Kleidchen tragen. Ihr Blick ist eher traurig, nach innen gekehrt, keineswegs typisch für Puppen", schreibt Steffan Biffiger im Vorwort zu diesem Buch.

Gerade das machte diese Puppen für meine Tochter und mich so anziehend. Kindheit ist nicht nur süß, ganz so wie die der Sasha Morgenthaler, die sie im Alter noch einmal in bestürzenden Zeichnungen und Notizen festgehalten hat. Ihre Puppen sind wahrhaftig.

Am 18. Februar 1975 stirbt Sasha Morgenthaler in Zürich- Höngg und wird auf dem Friedhof Hönggerberg neben ihrem Mann und Karl Geiser begraben.

Ende des 20. Jahrhunderts wird die Produktion ihrer Puppen noch einmal aufgenommen. Die Götz- Puppenfabrik in Rödental stellt bis 2001 einzelne Sasha-Puppen wieder serienmässig her. Die unzähligen Seiten & Blogs von Sammlerinnen im Internet legen Zeugnis davon ab, wie beliebt die außergewöhnlichen Geschöpfe der Sasha Morgenthaler bis heute sind. Damit hat sie den Ruhm ihres zu Lebzeiten bekannteren Mannes weit übertroffen.






                                                
                                                                                                                                         

Kommentare:

  1. Guten Morgen Astrid,
    ein wenig kommt sie mir vor wie Kathe Kruse, doch aber ganz anders.
    Ich wollte als Kind immer ein dunkelhäutiges Püppchen habe. Ich habe es nie bekommen. Meine Freundin hatte zwei Stück und ich habe immer mit Begeisterung damit gespielt, weil es eben auch nicht Jede hatte.
    War schon etwas Besonderes.

    Mit lieben Grüßen Eva

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  2. schön!
    interessant wie sie mit ihre schaufensterpuppen schon die reduzierte ästhetik der frühen 50er vorwegnimmt....
    die sonneberger spielwarenfabrik - DER puppenhersteller in der DDR - hat sich wohl sehr an den idealen von sasha morgenthaler orientiert - meine puppen hatten genau diese stilisierten, "neutralen", etwas leeren kindergesichter, in die man so wunderbar stimmungen hineininterpretieren konnte: war man fröhlich lächelten sie, war man selbst traurig guckte auch die puppe traurig!
    und puppenkleider waren immer aus resten von oma genäht oder gestrickt - obwohl es soll wohl welche zu kaufen gegeben haben :-)
    danke für den lesestoff! xxxxxx

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  3. Eine spannende schöne Geschichte. Eine Frau, die ihr Leben in die Hand nimmt.. Aber: du meine Güte, wenn ich daran denke, wie ich meine Puppen behandelt habe... Ich frisierte sie so gerne, aber auch mit Schere... Meine Kinder hatten dann so eine (nur nicht so glänzend blond...): http://monis-puppen-blog.blogspot.de/2012/02/das-hochschulbaby.html, sehr geliebt mit ihrem weichen Körper... Mit meiner eigenen "harten" Babypuppe habe ich nicht gern gespielt. Sie hatte so gar nichts, was an meine drei erlebten "kuscheligen" Geschwisterbabys erinnerte... Lieben Gruß und Danke für die Morgenlektüre. Jetzt geht's ab in die Schule... Ghislana

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  4. Liebe Astrid,

    ich hatte auch eine schwarze Puppe. Eigentlich war es ein Mädchen - meine Schwester und ich bekamen beide die gleiche - ich schnitt ihr aber die Zöpfe ab, weil ich wollte, dass sie anders ist als die meiner Schwester. Von nun an war es "Gustav" :D
    Lächelnde und dämlich süß schauende Puppen mochte ich nicht. Da spielte ich lieber mit meinen Stofftieren. Mein liebstes war mein Esel.
    Ein bewegtes Leben. Diese Frau hat viele Veränderungen durchgemacht und wirkt gleichzeitig feinsinnig und bodenständig. Danke für das Portrait!

    Liebe Grüße,
    Veronika

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  5. Liebe Astrid,

    ich liebe Deine gut recherchierten Portraits und Deine Art zu Schreiben. Wieder einmal eine starke Persönlichkeit, die Du uns näher bringst.

    Danke dafür!

    Sandy

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  6. Heute habe ich Deinen Beitrag noch begeistert vor dem Frühstück gelesen, das Kommentieren folgt erst jetzt (sonst wäre der Hund ausgelaufen...). Wieder eine so spannende Persönlichkeit, die ich eigentlich nur vom Namen her kannte.
    Für meine Kinder habe ich alle Puppen selber genäht, ein faszinierender Prozess (weit entfernt von diesem künstlerischen Prozess, den Du beschreibst). Der Ausdruck der Puppen von Sasha Morgenthaler ist wirklich intensiv. Gerade dieses Freilassende ist so wichtig für die Kinder.
    Vielleicht hätte ich selber als Kind so eine Puppe von ihr auch geliebt. Meine eigenen Plastikpuppen fristeten ein trauriges Dasein auf dem Bord.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. Liebe Astrid,
    ich hinke mit meinen Kommentaren mal wieder rettungslos hinterher.
    Aber heute "applaudiere" ich umso mehr!!! Wieder so ein wunderbares Porträt von einer Frau die ich zwar dem Namen nach kannte aber auch nicht mehr, in meiner Familie hatten die weiblichen Mitglieder nicht so eine Affinität zu Puppen…
    Vielen Dank das der Horizont wieder ein wenig weiter wurde

    herzliche Grüße

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  8. wieder eine interessante Geschichte und eine wunderbare Recherche. Puppennähen kenne ich aus der Schule meines Sohnes, das ist fixe Fummelei ;))
    ganz liebe Grüße
    susa

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  9. Liebe Astrid, es gefällt mir sehr, dass du mir wieder eine < neue Persönlichkeit< vorgestellt hast. eine wunderbare Geschichte von Sasha Morgenthaler. Eine Negerpuppe hätte ich auch gerne gehabt- aber heute fasziniert mich bei Shasha Morgenthaler die Schaufensterpuppen ,da war diese tolle Frau ihrer zeit vorraus.
    Gruß zu dir
    heiDE

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  10. Ein tolles Porträt wieder. Von dieser Frau hatte ich bisher noch nie gehört. Habe ich also wieder etwas dazugelernt. Danke.
    Lieben Gruß
    Katala

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  11. Liebe Astrid
    Danke für das tolle Porträt von Sasha Morgenthaler. So eine Puppe hätte ich gerne als Kind gehabt. Auch die Ausstellung in Thun habe ich verpasst - so schade.
    Liebe Grüsse
    Barbara

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  12. Hatte als Kind auch eine schwarze Baby-Puppe - mein geliebtes "Schoko-Baby" . . . sie war mein Ein und Alles - auch meine Tochter hat noch mit ihr gespielt . . .
    Mit großem Interesse hab ich dein Portait der Puppenmacherin gelesen, die ich vorher nicht kannte!
    Mit besten Grüßen aus dem verregneten Bayerischen Wald,
    Doris

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    1. Nachdem ich heute schon zwei Bilder von Puppen bekommen habe, sollte man doch mal einen Post daraus zum Thema machen. Denn Erinnerungen daran hat wohl jede von uns...
      LG
      Astrid

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  13. Ich LIEBE Sasha Puppen (und habe auch als Kind fast keine anderen Puppen gemocht) und habe selbst noch welche, auch die Trendon Modelle, die es in meiner Kindheit in der Schweizer Migros gab. Noch toller sind natürlich die nicht serienmäßig gefertigten und auch die frühen Tiere sind klasse... Danke und liebe Donnerstagabendgrüsse !

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  14. Hach, jetzt les ich seit einiger Zeit mit ... aber heut hab ich große Augen bekommen ... bin ich doch eine dieser Sasha Sammlerin ... blogge unter anderem auch darüber und nun hier "extra für mich" dieser schöne Artikel!!! Werde dafür ein bisserl Werbung in Sasha Kreisen machen. ☺

    Ich liebe diese Kinder, weil sie so zeitlos sind und eben ohne diesem blöden Puppengrinsen auskommen. Nun "lege" ich Dir noch die Puppenkünstlerin Sylvia Natterer aud den Nachttisch ☺ ... eine Generation später ... aber ähnlich interessante Puppenkinder ... bissl wie Cousins und Cousinen zu den den Sashas ☺

    Vielen lieben Dank ❤ für die schönen Zeilen

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  15. Sehr schönes Portrait von Frau Morgenthaler hast du da geschrieben. Eine infizierte Sammlerin dankt :)

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  16. Danke für den Kommentar auf meinem Blog! Heute versuche ich einmal Zeit für die Beantwortung zu finden...

    ...zuvor jedoch nehme ich Anteil an diesem bemerkenswerten Porträt dieser Künstlerin. Die Babypuppe mit ihrem fein gezeichneten Gesicht ist schon ausdrucksstark! Eine faszinierende Person diese Sasha Morgenthaler.

    Und ich freue mich noch Post für Post dieser anderen Frauen im Fokus zu lesen!

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

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  17. ich hatte als kind nie (und auch heute noch nicht) eine affinität zu puppen. ich war ein draußen-spiel-kind, das lieber abenteuer erlebte als langweiligen, steifen puppen kleidchen anzuziehen. wahrscheinlich habe ich deshalb auch noch nie etwas von dieser sehr faszinierenden frau gehört. ich hab deine geschichte wirklich verschlungen. wahrscheinlich könnte sie heute auch als malerin gefeiert werden, hätte sie sich damals nicht dem gebot der zeit gebeugt (die vielen malerfrauen, die aufgehört haben...). aber anderersseits hätte es dann wohl nicht ihre wunderbaren geschöpfe gegeben. ich mag ja besonders die tiere, so schön!!
    klees puppen durfte ich einmal in kopenhagen in einer ausstellung sehen und war hin und weg, ebenso von der katchina-sammlung von horst antes. das sind puppen die ich großartig finde!
    herzliche grüße von mano

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  18. Hallo,
    ich hab deinen Beitrag mal auf meinem SashaPuppen-Blog verlinkt und hoffe, dass Dir das recht ist. Wenn nicht, Hinweis genügt.

    https://sashacomoneo.blogspot.de/

    Liebe Grüße und Danke:)
    Digne

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  19. Kommentar zu Mano:
    Das war eine Steilvorlage :)

    Nein, die Frauen haben sich eben nicht primär der 'Zeit' gebeugt ud aufgehört zu malen. Das ist die heutige reduzierte Sicht, die zwingend vorschreibt, dass Selbstverwirklichung nur in -wirtschaftlichem- Erfolg zu finden sein kann und dass es überhaupt nur auf das eigene Ego ankommt.

    Die Frauen hatten damals noch ein G e f ü h l für das Leben als GANZES, das sich EBEN NICHT darin erschöpft nur sich selber auszuschöpfen, sondern die eine Balance mit ihrem sonstigem Leben und Lieben anstrebten. Die waren ihrem Gefühl noch nicht so entfremdet wie wir heute zu unserem und zum Schaden der Restmenschheit. (Literatur dazu zB bei Christa Mewes)

    Ähnlich wie Sasha hörte übrigens auch Karin Larsson (Frau von Carl:) auf zu malen, aber begann das lokale Kunsthandwerk zu fördern. Neben ihren vielen Kindern.
    Dass Frauen sowas landläufig eher können als Männer ist eine FÄHIGKEIT und Aufgabe -und eben KEIN MANKO.

    Dieser Geist, bzw dieses Gefüh, dieses alte Wissen ist, was der menschlichen Balance heute insgesamt verzweifelt fehlt. Weil Legionen von Frauen heute brav -und nervtötend larmoyant- nachzuleben versuchen, was ein destruktiver einseitiger Zeitgeist ihnen befiehlt^^

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    1. Liebe Digne, da ich man Mano persönlich gut kenne, kann ich wohl sagen, dass deine kritische Anmerkung in Bezug auf ihre Person nicht zutreffend ist, denn sie lebt ihr Leben genau in der Form, wie du es beschreibst.
      Es ist schade, dass es immer wieder Wortführerinnen gibt, die eine Form des Lebens als Frau gegen eine andere ausspielen. Das schwächt enorm.
      Gerade meine Reihe zielt darauf ab, zu zeigen, wie unterschiedlich ein Leben gelingen kann. Mir ist es allerdings auch wichtig, darauf hinzuweisen, wie viele Steine Frauen immer wieder in den Weg gelegt werden, weil es immer wieder Menschen gab, die sich im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit über das Wesen der Frau wähnten.
      LG

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Der Kommentar ist für den Blogger wie der Applaus im Theater - also: worauf wartest du?

Aber bitte nicht vollkommen anonym - ein Name ist erwünscht! Und ein gewisses Maß an Herzensbildung auch - ansonsten schalte ich den Kommentar nicht mehr frei. Das kann auch schon mal dauern - dann bin ich vom Schreiben neuer Posts gefesselt!

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